Alles zur Aortenklappen-Stenose.

Bei der Aortenklappenstenose oder auch Aortenstenose handelt es sich um eine häufig auftretende schwere Herzkrankheit. Kennzeichnend ist dabei die Fehlfunktion einer Herzklappe. Eine Verengung (Stenose) der Herzklappe am Ausgang der linken Herzkammer entsteht in der Regel durch Verkalkung. Als Hauptursache gilt ein ungesunder Lebensstil.

Doch eine Aortenklappenstenose kann auf unterschiedlichen Wegen entstehen.

Ursachsen einer Aortenklappenstenose – Wie eine Aortenklappenstenose entsteht

Eine Aortenklappenstenose ist entweder angeboren oder im Laufe des Lebens entstanden (erworben). Häufig ist die Ursache der Aortenklappenstenose auf einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen. Sie wird zumeist bei älteren Menschen, jenseits des 60sten Lebensjahres festgestellt: Im Durchschnitt drei bis fünf Prozent der über 70-Jährigen leiden an einer hochgradigen Aortenklappenstenose.

Ursache Nr. 1 – Der Verschleiß

Mediziner sprechen bei den Ursachen von erworbenen Aortenklappenstenosen von Verkalkung und Veschleißprozessen der Herzklappen.

Bei einer solchen Aortenklappenstenose kommt es zu Ablagerungen von Blutfetten, Kalk und Kollagen. Unter den Blutfetten ist Cholesterin die häufigste Ursache solcher Ablagerungen. Das Gewebe im Bereich der Aortenklappe verhärtet. Die Klappentaschen versteifen und verlieren an Beweglichkeit. Letztlich kann die Klappe nicht mehr vollständig öffnen und schließen und die Blutzirkulation nicht mehr richtig steuern.

Eine Verengung bezeichnet man als „Stenose“. Entsteht hingegen aufgrund von Gewebeveränderungen eine Undichtigkeit der Klappe, spricht man von „Insuffizienz“.

Ein ungesunder Lebensstil begünstigt die beschriebenen Verschleißprozesse. Dazu zählen z. B. Rauchen, Diabetes infolge ungesunder Ernährung und Bluthochdruck. Zusätzlich können genetische Faktoren eine Rolle spielen.

Ursache Nr. 2 – Die Entzündung

Auch eine „Endokarditis“, zu Deutsch: „Entzündung“ kann Ursache für eine Aortenklappenstenose sein. Sie entsteht meist infolge einer Vorerkrankung, wie dem rheumatischen Fieber oder durch Autoimmunerkrankungen durch Antikörper. Diese Erkrankungen können zu einer Vernarbung des Gewebes im Bereich der Mitral- oder Aortenklappen führen. Hier lösen die Gewebe-Veränderungen eine Stenose aus.

Ursache Nr. 3 – die angeborene Aortenklappenstenose

Von angeborenen Stenosen sind meist Patienten betroffen, die jünger als 60 Jahre alt sind. Ursache für diesen Typ von Stenosen sind angeborene Defekte. Man unterscheidet in drei Arten von Defekten:

  • Valvuläre Aortenklappenstenose
  • Supravalvuläre Aortenklappenstenose
  • Subvalvuläre Aortenklappenstenose
Herz mit Untersuchungsgerät - so lässt sich eine Aortenklappenstenose diagnostizieren.

Die Symptome einer Aortenklappenstenose

Was die Symptome einer Aortenklappenstenose sind und worum es sich bei einer Aortenklappenstenose genau handelt, erklärt Prof. Dr. Hendrik Treede vom Universitätsklinikum Hall im folgenden Video:

Die Aortenklappenstenose führt zu einer Unterversorgung des Körpers. Weder Sauerstoff noch Nährstoffe werden im ausreichenden Maße durch den Körper transportiert. Die herzklappenbedingte Unterversorgung kann zu folgenden Symptomen führen:

  • Abnehmende Leistungsfähigkeit

Zuerst bei sportlichen Aktivitäten, später auch bei alltäglichen Handlungen, wie dem Bücken oder Treppensteigen, sind Betroffene schneller erschöpft.

  • Luftnot / Atembeschwerden

Atemprobleme treten zu Beginn der fortschreitenden Stenose bei Anstrengung auf. Im späteren Verlauf auch bei einfachen Tätigkeiten.

  • Enge Brust / Gefühl der Beklemmung

Betroffene sprechen infolge der Atemnot auch von einem Gefühl der Beklemmung in der Brust.

  • Herzschmerz

Linksseitiger Herzschmerz ist ein weiteres Symptom. Es wird häufig als Steigerung der engen Brust empfunden.

  • Schwindel / Bewusstseinsverlust

Aufgrund der mangelnden Durchblutung des Gehirns durch die Unterversorgung klagen Betroffene über Schwindel und Bewusstseinsverluste. Ihnen wird „schwarz vor Augen“ und infolge des Kontrollverlustes kommt es nicht selten zu Stürzen.

  • Schwellungen / Ödeme

Im Knöchelbereich und an Unterschenkeln kommt es im fortgeschrittenen Stadium der Stenose zu Schwellungen und Ödemen. Ursache ist die bereits einsetzende Schädigung des Herzens.

Die beschriebenen Symptome bilden zugleich eine Art „Reihenfolge“. Sie kennzeichnen den fortschreitenden Prozess der Aortenklappenstenose. So treten im Verlauf der zunehmenden Verkalkung die Ödeme erst in einer späten Phase auf.

So werden Aortenklappenstenosen behandelt

Bei leichten Aortenklappenstenosen raten Mediziner häufig zur Schonung. Vermeiden Sie Anstrengungen körperlicher Art. Stenosen dieser Art werden in der Regel festgestellt, ohne dass sich zuvor Symptome zeigten.

Schwerere Stenosen gehen häufig mit Beschwerden einher. Meistens ist die operative Behandlung die Folge. Für Menschen, die an einer schweren Stenose leiden gibt es gute Nachrichten: Ihre Lebensqualität lässt sich durch den Austausch der defekten Herzklappe vollständig wiederherstellen.

Zwei operative Behandlungen von Aortenklappenstenosen haben sich in der Vergangenheit bewährt. Beide Methoden tauschen die verkalkte Aortenklappe durch einen Aortenklappenersatz.

Immer häufiger kommt die noch junge „TAVI“ Methode zum Einsatz. Bei der Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (en. „transcatheter aortic valve implantation“) wird die neue Herzklappe minimalinvasiv über einen Katheter eingesetzt.

Weitaus länger, jedoch zunehmend seltener, wird der operative Aortenklappenersatz angewendet. Eine Herz-Lungen-Maschine übernimmt während des Eingriffs die Funktion des vorübergehend stillgelegten Herzens. Der Patient befindet sich in Vollnarkose. Über einen Schnitt im Brustkorb wird die künstlicher Herzklappe eingesetzt.

Untersuchung und Diagnose von Aortenklappenstenosen

So werden Aortenklappenstenose festgestellt.

Ärzte hören ihre Patienten ab und stellen dabei die für Herzklappenfehler typischen Klappengeräusche fest. In einem anschließenden Gespräch werden die nächsten Schritte abgewogen. Wahrscheinlich ist die Überweisung an einen Kardiologen.

Der Kardiologe hat verschiedene Möglichkeiten, der Sache auf den Grund zu gehen:

Untersuchung mittels Ultraschall (Echokardiografie)

Die Echokardiografische Untersuchung ist eine Ultraschalluntersuchung des schlagenden Herzens. Es wird die Fließgeschwindigkeit des Blutes an der vermutlich verengten Stelle gemessen. Darüber hinaus kann gemessen werden, wie weit sich die Herzklappe noch öffnet. In der Folge kann der Kardiologe Aussagen über die Schwere der Aortenklappenstenose treffen. Unterschieden wird in

  • Leichtgradige Aortenklappenstenosen (Klappenöffnung oberhalb von 2 Quadratzentimetern),
  • mittelgradige Aortenklappenstenosen (Klappenöffnung liegt zwischen 1,1 und 2 Quadratzentimetern), und
  • hochgradige Aortenklappenstenosen (Klappenöffnung ist kleiner als 0,75 Quadratzentimeter)

Die Ultraschalluntersuchung ist sehr gut zur Diagnose einer Aortenklappenstenose geeignet.

Röntgenuntersuchung

Über die Röntgenuntersuchung erhält der Arzt Informationen zu Größe und Form des Herzens. Eine mögliche Veränderung besteht beispielsweise in der Vergrößerung des Herzens durch die Erkrankung. Auch die Form kann sich infolge der Erkrankung verändern. Alle Veränderungen lassen sich über die Röntgenuntersuchung abbilden. Die Diagnose lässt sich auf diesem Wege verfeinern.

Herzkatheteruntersuchung

Sie dient dazu, nähere Informationen zum Zustand des Herzens, der Herzklappen sowie der koronaren Gefäße zu erhalten. Ein dünner Schlauch aus Kunststoff wird dafür in Arterie und Vene geschoben. Auch mit diesem Verfahren können konkretere Aussagen zum Schweregrad der Aortenklappenstenose treffen.

Unterstützt wird diese Methode über Kontrastmittel. Vor allem die Herzkranzgefäße älterer Patienten lassen sich dadurch auf verengte Stellen untersuchen.

Elektrokardiografie

Die bekannten „Ruhe-EKG“ oder „Belastungs-EKG“ kommen bei der Untersuchung von Aortenklappenstenosen ebenfalls zum Einsatz. Gegebenenfalls stützt ein 24-stündiges ruhe-EKG die Untersuchung.

Beide Methoden können die Aortenklappenstenose nicht diagnostizieren helfen. Sie dienen aber dazu herauszufinden, ob nicht eine andere Herzerkrankung vorliegt.

Die für den Facharzt interessanten Werte der Elektrokardiografie sind die Leistungswerte des Herzens. Die Untersuchung liefert Antworten auf Fragen wie: Liegen Leistungseinschränkungen vor und in welcher Tragweite?

Körperliche Belastung bei Aortenklappenstenose

Je nach Schweregrad der Aortenklappenstenose sind sportliche Aktivitäten zu reduzieren oder gar gänzlich einzustellen. Die deutsche Herzstiftung kategorisiert dreifach:

  • Keine sportliche Aktivitäten

Bei schweren und weit fortgeschrittenen Aortenklappenstenosen ist das Herz nicht zusätzlich durch sportliche Aktivitäten zu belastet.

  • Geringe sportliche Belastungen

Mittelgradige Aortenklappenstenosen erlauben eine geringe sportliche Belastung. Mittelgradig bedeutet eine normale Pumpfunktion des Herzens und keine Auffälligkeiten beim Belastungs-EKG. Angemessen sind in diesem Fall beispielsweise:

  1. Radfahren (ohne anstrengende Steigungen)
  2. Spazierengehen
  3. Leichte Gymnastik
  4. Leichtes, nicht zu lang andauerndes Walken
  • Volle körperliche Belastung

Leichte Aortenklappenstenosen erlauben auch große körperliche Belastungen. Vorausgesetzt die folgenden Beschwerden bleiben aus:

  1. Atemnot
  2. Schwindelgefühl
  3. Ohnmachtsanfälle
  4. Schmerzen oder Engegefühle in der Brust

Auch sollte das Herz eine normale Pumpfunktion aufweisen und im Belastungs-EKG keine Auffälligkeiten zeigen.

Über den Schweregrad der Aortenklappenstenose informiert der Arztbrief. Betroffene sollten sich mit Blick auf körperliche Belastungen daran orientieren. Im Zweifel gibt der behandelnde Arzt eine Einschätzung und Empfehlung zu geeigneten sportlichen Aktivitäten.

Herzzentren zur Behandlung von Aortenklappenstenosen

Sie leiden an einer Aortenklappenstenose und suchen Informationen zu Behandlungszentren? Diese Liste der Herzzentren in Deutschland hilft Ihnen einen Überblick zu gewinnen.